Wissenschaftlichkeit statt Opportunismus als Grundlage politischer Entscheidungen

Bild: Ingo Lüttecke

Gero Hocker und Jens Beeck (FDP) sprechen in Haselünne vor 50 Landwirten

Haselünne.
Auf Einladung der FDP Haselünne sprach der Landwirtschaftliche Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Gero Hocker vor 50 Landwirten auf dem Hof Terhardt in Haselünne-Andrup. „Gerne hätten wir mehr Zuschauer zur Veranstaltung eingeladen. Wir wollten aber trotz der sinkenden Corona-Infektionszahlen und daraus resultierenden Lockerungen kein Risiko eingehen“, so der Vorsitzende der FDP Haselünne Stefan Wehrs und der Gastgeber dieses Abends Hendrik Terhardt. Neben Hocker sprach auch der lokale Bundestagsabgeordnete Jens Beeck aus Lingen zur Zukunft der Landwirtschaft.

Hocker stellte das Sofortprogramm FDP für unsere Landwirtschaft da. Er setze sich für die Angleichung der Produktionsstandards innerhalb des europäischen Binnenmarktes und für eine klare Botschaft an die Verbraucher ein, dass die geforderten Standards auch bezahlt werden müssen. Sein Hauptkritikpunkt an den CDU-geführten Landwirtschaftsministerien ist, dass Opportunismus statt Wissenschaftlichkeit als Grundlage politischer Entscheidungen diene. Gesetze und Verordnungen würden beschlossen, die vermeintliche Mehrheitsmeinung sind. „Wir haben aber eine Zunahme der Bevölkerung in den städtischen Regionen und eine Abnahme in den ländlichen Regionen“, so Hocker. „Das führt dazu, dass sich die politischen Mehrheiten verändern und Forderungen laut werden, die landwirtschaftsfremd und nicht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unterlegt sind“.

Hocker nahm auch Stellung zur aktuellen Wolfsdebatte im Landkreis Emsland. Die FDP habe schon seit Jahren gefordert den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen. Bisher gab es keine Mehrheit im Landesparlament dafür. Erfreut sei er aber, dass  SPD und CDU in Niedersachsen jetzt doch diese Änderung vornehmen wollten. Doch damit sei es nicht getan. Da der Wolf in der FFH-Richtlinie der EU und in der Berner Konvention des Europarates eine streng geschützte Art ist, wird für ihn zunächst eine ganzjährige Schonzeit gelten. Bis eine reguläre Bejagung möglich ist, muss die Weidewirtschaft durch eine Weidetierhaltungsstrategie geschützt werden. Bund und Länder müssen regional tolerable Wolfsbestandsdichten der einzelnen Regionen definieren, die die Verminderung und Vermeidung von Nutztierrissen bei gleichzeitigem Erhalt einer stabilen Wolfspopulation realisieren, so wie es uns zahlreiche Nachbarländer bereits vorgemacht haben. Darüber hinaus sei es dringend nötig, dass Bund und Länder das Töten von Wölfen anhand einheitlicher Kriterien gemeinsam regeln. Wölfe, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren haben und denen es gelingt angeblich wolfsichere Zäune zu überwinden, müssten zum Schutz von Landwirtschaft und insbesondere Weidetierhaltung ohne bürokratisches Antragsverfahren entnommen werden können.